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Autor Thema: T1000 oder T2000  (Gelesen 2416 mal)
karakal
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« am: 07. Juni 2008, 10:12:30 »

Hi alle zusammen!

Ich darf in nächster Zeit wahrscheinlich einkaufen gehen... Für unsere Firma darf ich mir eine wunderschöne Sun T1000 kaufen.
Jetzt war nur die Frage (ich kenn' die T1000 nicht vom "persönlichen" Kontakt her) ob irgendjemand Erfahrung im Verglich mit T1000 und T2000 hat.

Kurz gesagt: Zahlt sich der Aufpreis auf die T2000 aus??

Vielleicht kann mir wer dazu ein paar Schubser in die richtige Richtung geben...

lg
hp
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« am: 07. Juni 2008, 10:12:30 »

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Kaurik
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Holidays in the Sun


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« Antworten #1 am: 07. Juni 2008, 10:28:14 »

Ich kann nur über T1000 berichten - wir haben ein paar davon im Einsatz. Wenn du grössere single-threaded Applikationen darauf fahren willst, hast Du ein Problem. Ein make von ImageMagick z.B. braucht deutlich länger (Faktor 4 oder so) als ein make auf einer alten 280R.

Bei den T2000 soll das besser sein, aber da kann ich dir nicht dabei helfen.

Claus
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Computer sind doof. Aber sie schaffen Arbeit.
karakal
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« Antworten #2 am: 07. Juni 2008, 10:41:25 »

Wir würden eh einen Java-Applikationsserver drauf laufen lassen und ein Webfrontend unserer Firma... Der Kunde, bei dem das zum Einsatz kommen wird, hat ein sehr Sun-lastiges IT-Department (ich liebe ihn...) und deswegen brauchen wir hier eine performante Maschine mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis...
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stiefkind
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« Antworten #3 am: 07. Juni 2008, 12:05:58 »

Wir würden eh einen Java-Applikationsserver drauf laufen lassen und ein Webfrontend unserer Firma... Der Kunde, bei dem das zum Einsatz kommen wird, hat ein sehr Sun-lastiges IT-Department (ich liebe ihn...) und deswegen brauchen wir hier eine performante Maschine mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis...

Ihr müsst zuerst verstehen, wie die Applikation arbeitet. Pauschal "Java-Applikationsserver" ist zu wenig. Weil:

Die CPU (UltraSPARC T1) besteht im Prinzip aus acht modifizierten UltraSPARC IIIi Kernen, die auf einem Die zusammen geschaltet sind. Aus Platzgründen wurde dabei beim UltraSPARC T1 auf die Floating Point Unit verzichtet bzw. der Chip hat nur eine einzige FPU, die sich die acht Cores teilen müssen. Jeder Core auf einer T1-CPU hat 4 Threads. Im Solaris heisst das, 4 Threads x 8 Cores = 32 CPUs. Ein mpstat sieht also 32 CPUs. Dummerweise taktet eine einzelne "CPU" nur mit 1.2 oder 1.4 GHz (je nach Modell). Wenn eure Anwendung die vielen CPUs nicht ausnutzen kann, ist die Maschine furchtbar langsam. Jeder Core hat für seine 4 Threads dann noch eine Crypto-Unit.

Die Weiterentwicklung UltraSPARC T2 hat dann acht Threads je Core (im Betriebssystem also 8x8=64 CPUs) und eine FPU je Core ud nicht mehr nur eine für den ganzen Chip. Hat also deutlich bessere Floatingpoint-Leistung. Außerdem hat die CPU eine deutlich erweiterte Crypto-Engine je Core, mit der so Sachen wie SSL in Hardware gemacht werden können, ohne die eigentliche CPU zu belasten. Crypto ist damit sozusagen ohne Aufpreis machbar. Die Crypto-Units arbeiten nicht automatisch, man muss seine Software passend konfigurieren bzw. passend linken. Das Problem mit dem "langsamen" Takt von 1.4GHz hat man bei der T2 immer noch, single thread performance ist entsprechend grausam (patchen zB. dauert ewig...). Die CPU hat 2x 10GB Ethernet mit auf der CPU. Um die zu benutzen, muss man spezielle Karten kaufen, die den Anschluss außen am Gehäuse des Rechners bereit stellen. Angeblich kann die CPU mit den Crypto-Units beide 10GBE in wire speed gecryptet bedienen. Hatte selber noch keine Gelegenheit, das raus zu messen. Veröffentlichte Benchmarks sind aber beeindruckend.

Neuerdings gibt es dann noch Modelle mit einer UltraSPARC T2plus drin. Da hat Sun die beiden 10GBE der T2 weg gelassen und den damit gewonnenen Platz auf der CPU durch ein bisschen Hokus Pokus ersetzt, mit dem eine CPU mit einer zweiten CPU reden kann. Im Moment gibt es Maschinen mit zwei T2plus-CPUs drin. Die haben dann im Betriebssystem 2 Sockel x 8 Cores x 8 Threas = 128 CPUs. Eine ganze Menge. Muss man erst mal voll kriegen. Es soll auch Systeme mit vier Sockeln geben, was die Anzahl CPUS, die das Betriebssystem sieht nochmal verdoppelt.

Alle diese Maschinen haben das Problem, dass die single thread performance halt grottig ist. Die spielen ihre Stärken erst dann aus, wenn die Applikation so richtig schön multithreaded laufen kann. Wobei Java-Application-Server und Webfrontend erstmal schon danach klingt, als würde die Anwendung von so einer Multicore-Maschine profitieren.

Die von Dir genannten T1000 und T2000 sind übrigens schon ziemlich alt. Aktuelle Modelle heissen T5120 und T5220 (UltraSPARC T2) bzw. T5140 und T5240 (UltraSPARC T2plus). Die kleinere Nummer ist jeweils 1HE mit wenig Platten, die große Nummer hat 2HE mit mehr Platten. Die 2HE-Maschinen haben auch mehr PCIe Steckplätze.

Für den kleinen Geldbeutel gibt es die Maschinen übrigens auch mit weniger Cores. Da werden dann einfach CPUs verbaut, wo in der Endkontrolle nicht alle 8 Cores funktionieren. Aber auch die brauchen natürlich eine Applikation, die über die Anzahl Threads skaliert.

Für Single-Thread-Performance kauft man besser eine Maschine mit UltraSPARC IV, SPARC64 (Fujitsu) oder halt AMD64 (Opteron) oder Intel EM64T (Xeon). Kriegt man -- wenn man will -- auch alles bei Sun und läuft überall Solaris drauf.

wolfgang
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karakal
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« Antworten #4 am: 07. Juni 2008, 18:18:26 »

Ja, das ist mir schon klar, dass die Singlethread-Performance nicht so toll ist. Die 5120 und 5220 sind halt um einiges (600%) teurer als die "alten" T1000...

SSL brauchen wir auch nicht in Hardware auf der Maschine, weil das spezialisierte Maschinen weiter vorne in der Hardwarearchitektur übernehmen...

Ich warte jetzt mal auf die Preise von Sun und werde mich dann mal weiter entscheiden... Aber danke für den wertvollen Input!
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« Antworten #4 am: 07. Juni 2008, 18:18:26 »

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AndreasF
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« Antworten #5 am: 07. Juni 2008, 19:41:39 »

Hast du dir schon die aktuellen "Try and Buy"-Angebote angeschaut?
Da kannst du nicht nur kostenlos testen, sondern beim Kauf auch sparen.
Kommt natürlich noch drauf an, was du bei deinem Händler für Konditionen bekommen würdest.
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karakal
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« Antworten #6 am: 07. Juni 2008, 22:15:47 »

Nö, noch nicht....

Ich habe mal Kontakt mit unserer lokalen (=Wien) Sun-Niederlassung aufgenommen. Da wir die Dinge eh für die Entwicklung brauchen (der Kunde kauft sich dann einen eigenen Server) denke ich mal, dass wir auch über das Developer-Programm einkaufen könnten...
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CrystalPalace
Gast
« Antworten #7 am: 25. Juni 2008, 14:20:51 »

..... Die CPU (UltraSPARC T1) besteht im Prinzip aus acht modifizierten UltraSPARC IIIi Kernen, die auf einem Die zusammen geschaltet sind.
Die T1 cores basieren leider nur auf der UltraSPARC II, ohne VIS und andere teilweise zusaetzlichen Features. Das einzige nennenswerte Zusatzfeature der T1 ist der in hardware gegossene mul32.
Die T2 ist die auf USIII basierend und unterstuetzt auch hw-seitig VIS. Der Hauptvorteil hier ist jedoch die hoehere Anzahl der FPUs, deren Performance im Vergleich zur T1 teilweise 500% besser ist.
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escimo
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eiskaltes Unwissen


« Antworten #8 am: 26. Juni 2008, 11:21:44 »

Die T1 cores basieren leider nur auf der UltraSPARC II, ohne VIS und andere teilweise zusaetzlichen Features. Das einzige nennenswerte Zusatzfeature der T1 ist der in hardware gegossene mul32.
Die T2 ist die auf USIII basierend und unterstuetzt auch hw-seitig VIS. Der Hauptvorteil hier ist jedoch die hoehere Anzahl der FPUs, deren Performance im Vergleich zur T1 teilweise 500% besser ist.
Die "fetten" Markierungen sind mir ein Rätsel. Seit UltraSPARC I wird VIS hardware-seitig unterstützt.  Huh

Gruß
escimo
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CrystalPalace
Gast
« Antworten #9 am: 26. Juni 2008, 20:25:00 »

Evtl habe ich mich etwas unklar ausgedrueckt...Die USII kann sehr wohl hw-seitig VIS 1.0 dekodieren, die T1 cores jedoch nicht.
Bei der Niagara CPU sind keine UltraSPARC wasauchimmer in Form von multicore zusammengeschaltet, sondern im Architecture Manual spricht man von SPARC cores, abgespeckten SPARC cpus.
Bei der T1 war die Grundlage eine USII,bei der T2 eine USIIIi.

Wie bereits bekannt, implementiert die Niagara nicht die gesamte UltraSparc Funktionalitaet, sondern emuliert den fehlenden Teil der Befehle stumpf in Software, obwohl das Programm deshalb trotzdem laeuft. Dies geschieht z.B. in der FPU, die nur einen Teil der US-FPU implementiert. Die fehlenden Befehle loesen Traps aus und ein software handler kuemmert sich darum.
Desweiteren ist dies der Fall bei der FFU_VIS (Floating Point Frontend Unit VIS). Wie der Name auch schon anzeigt, werden die VIS Befehle bei der T1 auch von der FPU bearbeitet. Die FFU_VIS implementiert aber auch nur ein subset der VIS Spezifikation, der nicht naeher spezifiziert ist. Das Interessanteste in [1] ist Table 7-1. Dort wird VIS expizit als "Not available" aufgefueht.

Das Problem mit der FFU ist folgendes: Wir haben eh nur eine FPU fuer alle Cores, und die ist auch noch ratten langsam. Desweiteren legt ein FPU Befehl erst einmal den Thread fuer eine gewisse Zeit lahm (stall) und bremst das ganze Programm aus. Kommt noch der software handler ins spiel, wirds duster...

Um nochmals meine Aussage zu untermauern, ein Auszug von isainfo der USIIIi meines Laptops:

bash-3.00$ isainfo -v
64-bit sparcv9 applications
        vis2 vis
32-bit sparc applications
        vis2 vis v8plus div32 mul32

Wie zu erkennen, meldet die CPU die Verfuegbarkeit sowohl von VIS1 als auch VIS2.0.
Dem gegenueber steht die T1 von Tschokkos T1000:

isainfo -v
64-bit sparcv9 applications
        asi_blk_init
32-bit sparc applications
        asi_blk_init v8plus div32 mul32

Die T1000 verschweigt VIS geflissentlich Smiley

[2] zufolge wird in der T2 FPU (die nun jedem core zur Verfuegung steht und deutlich beschleunigt wurde) explizit VIS 2.0 fast vollstaendig in hardware ausgefuehrt, mit Ausnahme der quad precision fp funktionen. Desweiteren werden einige andere Befehlsgruppen hier nun auch in hw-gegossen ausgefuehrt statt ueber einen software handler. Ist in [2] auch Table 7-1. Interessant hierbei ist, das das T2 manual diesmal erwaehnt, das eine T1 ein Subset von VIS 2.0 ausfuehren kann, wieder ohne es genauer zu spezifizieren.

Nachzulesen bei:
[1] http://opensparc-t1.sunsource.net/specs/OpenSPARCT1_Micro_Arch.pdf
[2] http://opensparc-t2.sunsource.net/specs/OpenSPARCT2_Core_Micro_Arch.pdf

Weitergehende Infos bieten natuerlich die Architecture Manuals und der Verlilog-Code der CPU (wen es wirklich interessiert).


Gruss,

Christian

PS: Ich hoffe ich habe mich diesmal genauer formuliert und alle fett gedruckten Fragen beantwortet. War etwas schwerer zu identifizieren, da die Grafik des Meso 999 fuer denselbigen ist Sad Und an den fehlenden deutschen Spezifitaeten ist allein die amerik. Tastatur schuld.
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sonnenblen.de - Das unabhängige Sun User Forum
« Antworten #9 am: 26. Juni 2008, 20:25:00 »

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Tschokko
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« Antworten #10 am: 26. Juni 2008, 20:30:09 »

Und hier noch ein isainfo einer V210. Wink Absolut identisch zu dem Totschläger (Laptop) vom Christian.

Code:
# isainfo -v
64-bit sparcv9 applications
        vis2 vis
32-bit sparc applications
        vis2 vis v8plus div32 mul32

Gruß Tschokko

P.S.: Das die T1 so kastriert hätte ich selbst auch nicht gedacht. Cheesy Aber lustig ist die T1000 trotzdem, dank LDom und solange man sprichwortlich "Schuster bleib bei deinen Leisten" lebt, d.h. Massiv parallel simple Anwendungen auf der Büchse fährt, so z.B. HTTP Server.

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CrystalPalace
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« Antworten #11 am: 26. Juni 2008, 20:32:48 »

Naja, die T1 wurde ja auch die designed fuer applikationenen, die weniger als 1% floating point befehlte brauchen Wink
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